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Schreib mal wieder, z. B. an die deutsche Post
Neulich, als ich mich erst geärgert und dann einen Clown gefrühstückt hatte:

Deutsche Bundespost
Oberpostdirektion
Charles-de-Gaulle-Straße 20
53113 Bonn

Ihre Nachfolgeunternehmen und der Service

Sehr geehrter Herr Postminister,
ich erhielt am 22. Dezember 2006 eine orangene Benachrichtungskarte mit DHL-Express-Logo und der Drohung, die Sendung werden in sieben Werktagen zurückgesandt. Um den Absender nicht zu verärgern, wollte ich das vermeiden.

Prinzipiell eine leichte Aufgabe: Ermitteln, wann die Frist (bei den vielen Feiertagen) abläuft, überprüfen, ob eine fristgerechte Abholung möglich ist, und gegebenenfalls den Postbeamten (telefonisch) darauf hinweisen, dass ich das Paket, eher ein Päckchen, zu einem späteren Zeitpunkt abhole.

Nun möchte ich Ihnen versichern, ich würde es nie wagen, Ihren Beamten grundlose derart schwierig Denkaufgaben zustellen, doch in diese Fall ließ die Kombination von meinen Terminen und Ihren Öffnungszeiten keine Alternative zu.

Ich habe keine Kosten und Mühen gescheut die Telefonnummer, der ``Deutsche[n] Post Retail GmbH, Zustellbasis DHL, Konstanz'' (so steht es auf der Karte) in Erfahrung zu bringen. Doch vergeblich: Eine ``Post'' gibt es laut Auskunft, Telefonbuch und post.de-Internetseite in Konstanz nicht (obwohl ich mich gut erinnern kann, schon das ein oder andere Postamt gesehen zu haben). Man verweist mich auf die Service-Hotline 01802 3333. Ich habe den Namen der Person (unbezahltes Praktikum? 1-EUR-Job?) am anderen Ende der Leitung notiert, denke jedoch, dass tut nichts zur Sache. Sie erklärt mir, es gebe keine Ausgabestelle, die Samstags nicht geöffnet sei (im Widerspruch zum Text der Benachrichtungskarte), ich müsse die Sendung eben innerhalb von sieben Inklusive-Samstag-Werktagen abholen, andernfalls ``Pech gehabt. Hahaha.''. Ende des Gesprächs.

So weit, so schlecht. Ich habe mich dann nach einer Telefonnummer der ``DHL'' erkundigt. Deren Service-Hotline 01805 3452255 ist deutlich teurer (400-EUR-Basis?) und entsprechend freundlicher. Gemeinsam kommen wir zu dem Schluss, dass wenn die Ausgabestelle Samstags nicht geöffnet hat, der Samstag auch nicht als Werktag zählen könne. Endgültig klären konnte die Deluxe-Hotline das jedoch auch nicht. Anrufen oder mir die Telefonnummer der Niederlassung mitteilen sei auch unmöglich, da man bei DHL keine Telefone verwende. (Wer die Bundespost Telekom kennt, mag das verstehen.) Selbst wenn es gelinge in Konstanz anzurufen, sei das zwecklos, die Mitarbeiter hätten ohnehin nichts zu melden. Die ganze Macht hätte der ``Scanner''. Traurig. Aber zum Trost erfahre ich noch den Zusammenhang zwischen der Farbe der Benachrichtigungskarte und der NeuSprechProduktBezeichnung, als würde mich nichts brennender interessieren.

Ich habe mich dann ins Auto gesetzt, Benzin für 200 km verbrannt, und das EuroPackNational fristgerecht abgeholt. Die OPEC dankt.

Beim Besuch Ihrer Homepage erschlagen mich gleich die ``News'', wie lukrativ der Handel mit meinen Daten (``Adress-Katalog 2007'') doch ist. Das erinnert mich das vorangegangene Post-Ärgernis:

Der Absender hatte die Hausnummer vergessen. Über die Sendungsverfolgung (hier: Hausnummer 0) erfahre ich davon und will dem Zustellbeamten via Hotline einen Tipp geben. Geht aber nicht: Das Paket würde sobald es mein Zustellzentrum erreiche ``automatisch umgeleitet'', sprich zurückgesandt. Jetzt frage ich mich: Da hat die Post also nach eigenen Angaben ``qualitativ hochwertige Adressen'', die ``den deutschen Markt nahezu komplett abdecken'' inklusive ``personenbezogenen Lifestyle''-Daten u.s.w., zum Wohle des Bürgers versteht sich, kann aber nicht mal eine Hausnummer nachschlagen. (Meine Adresse findet man übrigens im Telefonbuch, dazu braucht man noch nicht mal eine soziodemografische Analyse.)

Weil wir gerade beim Thema sind, widerspreche ich der Nutzung, Weitergabe, Speicherung oder Verarbeitung meiner Daten für beliebige Zwecke insbesondere der der Werbung, Markt- oder Meinungsforschung. Der Widerspruch richtet sich an alle Unternehmen des Konzerns Deutsche Post sowie allen Stellen mit denen Sie Daten austauschen (oder wie das bei Ihnen heißt (ver)mieten).

Zurück zur Ihrer Homepage: Klickt man hier erst auf ``Kontakt'', ``Privatkunden'', dann ``Reklamieren'', erhält man Fragen (Antworten wären wohl zu viel des Guten) zum Thema ``Philatelie''. Glauben Sie mir, das Design Ihrer Briefmarken ist das einzige worüber ich mich noch nie beschweren wollte. Weiter unten werde ich dann über Umwege wieder auf die 01802 3333 hingewiesen. So schließt sich der Kreis.

Bitte bringen Sie Ihren Laden in Ordnung. Wir brauchen die Post noch ein paar Jahre, bis die Wettbewerber stark genug sind.

MfG

unleserliche Unterschrift

Ich erhielt zwei Antworten von zwei verschiedenen Stellen. Inhalt sinngemäß: Samstag ist ein Werktag, auch wenn da niemand arbeitet.