Elite relativistisch
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Blog sucht Sphäre
oder: Warum blogge ich?

ProBloggerWorld hat ein einen Blog-Karneval zum Thema “Wie bist Du zu bloggen gekommen?” gestartet. Eigentlich finde ich solche Events, die außerhalb von Kleinbloggersdorf niemand wahr nimmt, schlicht überflüssig. Da mein Antiblog jedoch in der Blogosphere noch vollkommen unbekannt ist, nutze ich die Chance, um etwas Link-Love (so nennen das die Freaks, die sonst niemand liebt) zu erhalten.

web 1.0: Die Domain spacezone.de existiert seit Anfang dieses Jahrtausends, vielleicht noch länger. Flo und ich verwenden sie als privaten Mail- und Fileserver sowie um Ideen auszuprobieren und online zu stellen. Zu den ersten Anwendungen zählten ein Forum und die “Kolumne”, eine Art handgecodetes Blog mit kontroversen Themen, um die Diskussion im Forum anzuregen. Irgendwann haben wir das Interesse verloren und das Ding still gelegt.

Immer wieder entstand der Wunsch mit einer Information die Internet-Öffentlichkeit zu suchen, z.B. um von meinem Technik-Spielzeug zu berichten. Außerdem war mir wichtig zumindest so weit am (virtuellen) Ball zu bleiben, dass ich nicht Gefahr laufe, mir irgendwann von einem nervigen Teenager engagierten PR-Menschen das Internet erklären lassen zu müssen.

web 2.0: Anfang 2006, der 2.0-Hype um Feeds, Blogs und Tags steuerte auf den Höhepunkt zu, startete ich an dieser Stelle mein Antiblog mit einer improvisierten Blosxom.PHP-Variante und schrieb unregelmäßig. Später stellte ich auf Pivot um, änderte das Design und nahm mir vor etwa ein Mal pro Woche einen lesenswerten Artikel zu verfassen, ich meine damit einen längeren Text, der für sich alleine steht und für Menschen, die mich nicht kennen interessant sein könnte. (Für die Kommunikation zwischen Freunden gibt es bessere Medien. Aus diesem Grund schreibe ich auch nicht über Persönliches.) Ich musste feststellen, dass bei diesem Rhythmus immer noch zu wenig Zeit für Qualität bleibt; ich werde die Frequenz also weiter herunterfahren. (Könnte auch daran liegen, dass ich noch andere Interessen habe.)

web 2.1: Obwohl Kommentare zum festen Bestandteil von Blogs gehören, für mich sind sie ein Relikt der 1.0-Ära, der Hochzeit der Foren, und in vielen Fällen schlicht überflüssig. Ich glaube, in Zukunft wird sich die Diskussion über einen Artikel auf einer Seite mit einer eher kleinen Leser-Community (sprich einem typischen Blog) auf unabhängigen Seiten, vielleicht so ähnlich wie reddit oder yigg, abspielen. Deswegen tue ich mir das Theater mit Kommentaren, Moderation und Spam-Filter erst gar nicht an.

Warum blogge ich also? Nun, ich bin da so ‘reingerutscht. Und so lange es Spaß macht und ich die Zeit aufbringen kann bleibe ich dabei. Die meisten Leser schickt Google vorbei, Blog-Suchmaschinen oder -Verzeichnisse spielen keine Rolle. Ein paar Kunden lassen sich auch von den Feeds füttern, ich habe aber keine Ahnung, wer mich liest. Trotzdem möchte ich irgendwie den Lesern etwas bieten.