Bei der Wahl zum Wort des Jahres erreichte der "Bundestrojaner" den achten Platz. Das Unwort steht noch nicht fest, aber viele werden für "Vorratsdatenspeicherung" plädieren, und im deutschsprachigen Netz ist "Stasi 2.0" der Tag des Jahres.
Zum Jahreswechsel ändert MöchtegerneliteVZ die Gesetze AGBs und bekommt für ein Nischenprodukt sensationelle Aufmerksamkeit in alten und neuen Medien.
(Während ich an diesem Artikel schreibe, erhalte ich eine Email von agb@studivz.net*, die verdächtig nach zurückrudern klingt.)
Zwischen Marcus Riecke (laut Heise heißt der VZChef zur Zeit so) und den 6 Wolfgang Schäubles würden die VZ-Skripte "keine Verbindung [finden]", aber vielleicht wird man sie mal in einer gemeinsamen Gruppe "Seit ich das Internet entdeckt habe, hassen mich alle" sehen.
So gelingt es dem ExDarianiVZ trotz gekünstelter Mindest- und Höchst-, Post- und Manager-Lohn-Debatten mitten im Weihnachtsstress, mich daran zu erinnern, dass 2007 das Jahr war, in dem wir Kontakt aufnahmen – mit der Welt jenseits des Rechtsstaats.
Den VZ-AGB kann man widersprechen, jedenfalls, wenn man auf die VZ-Kontakte verzichten kann. Gegen beschlossene Gesetze hilft nur noch das Bundesverfassungsgericht. Mehr als 13000 Betroffene haben sich einer Verfassungsklage angeschlossen. Mitmachen (bis zum 24.12.2007) tut weniger weh als eine VZExmatrikulation und vielleicht kommen wir damit ja auch in die Zeitung.
Und wie das mit guten Vorsätzen so ist, wird uns, wenn das neue Jahr wenige Wochen alt ist, keiner mehr glauben, dass wir das damals mit der Privatsphäre ernst meinten.
* Um dieses Blog weiterhin kostenlos und ohne Einschränkungen anbieten zu können, werde ich auf einen aufwändigen Spamschutz verzichten.